Thomas Beimel – Ding Dong VALVE#3987

DING/DONG

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Thomas Beimel

Art.-Nr.: VALVE # 3987. Kategorie: . Schlüsselwort: .

Produktbeschreibung

B & B. Ein paar Dutzend Musiker aus dem Bergischen Land und ein junges Streichquartett aus Berlin: Das sind die Interpreten auf der neuen CD von Thomas Beimel. Das Sonar Quartett, ein Stern der Neuen Musik Szene, zeigt, wie man musikalisch das Buchstabieren lernt. Das in Werden beheimatete Duo SeidenStrasse lädt die aus Asien und Afrika stammenden Instrumente – Guzheng & Marimba – zu einem Tanz ein. Sebastian Gramss aus Bergisch-Gladbach lotet die klanglichen Möglichkeiten eines Instrumentes aus, das es (fast) noch nicht gibt. (Sein Kontrabass mit Resonanzsaiten ist der einzige seiner Art und noch in der Entwicklung). Die Wuppertaler Akkordeonistin Ute Völker jongliert mit zwei kleinen Melodien, als seien sie die Bälle eines Gauklers. Unterstützt von der Wuppertaler Sinfonietta verzaubert Werner Dickel mit seiner Bratsche einen banalen Gedanken in ein Feuerwerk des musikalischen Witzes. Und das Kettwiger Bach-Ensemble unter Leitung von Wolfgang Kläsener verwandelt in ding / dong vokale Glockenklänge in den Geist der Romantik.

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Große Terz rauf, große Terz runter – wie ein betriebsinternes Lautsignal wirkt diese simple Klangzelle, aus welcher Beimel sein concertino für Viola und Streichorchester (2007) entwickelt. Ein akustisches Design, dessen kantige Kontur er durch Glissandi weichzeichnet. Unversehens spreizt es sich, gebiert lockere, unterschiedlich artikulierte Gewebearten. Ein Vexierspiel, ein Dschungel trügerischer Anklänge und Assoziationen, in dem sich die Solobratsche als Pfadfinderin behauptet.
Ein Komponist, der mit den Tönen haushält und das Leben jedes Einzeltons abhorcht, scheint für das heikle Genre des instrumentalen Solostücks prädestiniert. Was die drei Monologe bestätigen, jeder auf eigene Weise: …into space… für Kontrabass mit Resonanzsaiten, pastorale für Oboe allein und gaukelei für Akkordeon. Ihre hingegebenen Interpreten sind Sebastian Gramss, Georg Bongartz und Ute Völker.
Schlichte Schönheit zeichnet Beimels Chorstücke aus. Sie leisten etwas, wozu sich akademi­sche Klangschöpfer hierzulande oft zu schade sind: kompositorische Aufgaben so zu lösen, dass sie für Liebhaber ausführbar bleiben. Wie die von Jean Paul angeregte, „in immer ferneren Weiten verschwimmende“ Tonwoge ding/dong oder das „linde Wellenschlagen“ in Eichendorffs Nacht-Gedicht.

Lutz Lesle, „Das Orchester“ (Schott), Mainz, 02 / 2012

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Die womöglich frühesten Aufzeichnungen eines Alphabets, die im nordsyrischen Ugarit gefunden wurden, inspirierten Beimel zu dem gleichnamigen Streichquartett, wobei er die uralten Keilschriften in betörende Klangzeichen transformierte. Sich dafür eines tradierten Klangkörpers zu bedienen, mutet nur vordergründig irritierend an, da die kompakte Dichte der Streicherbesetzung «Ugarit» zu großer Wirkung verhilft. Wie Rufe aus der Ferne, die als akustische Scheinriesen näher rücken und wieder entschwinden, ent­führt «Ugarit» in reizvoll zwischen Vertrautheit und Fremdheit ausbalancierte Klanggefilde – nicht zuletzt aufgrund der konzentrierten, zumal die dynamischen Prozesse perfekt auslotenden Interpretation durch das Sonar Quartett.
Beeindruckend ist auch das breite schöpferische Spektrum Beimels, das sich in den weiteren Werken dokumentiert. Klanglich verwandt mit «Ugarit», aber nicht so stark wie das Quartett, ist sein «concertino» für Viola und Streichorchester (mit Werner Dickel, Viola, und der Wuppertaler Sinfonietta unter Reinmar Neuner). Diesem Stück liegt indes ein völlig anderer Ausgangspunkt zugrunde, nämlich aus einer schlichten musikalischen Idee mit «feiner Ironie» ein komplexes Netz aus Finten, Irr­wegen und Deformationen zu konstruieren.

Egbert Hiller, Neue Zeitschrift für Musik, Januar 2012

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